Vereinschronik

 

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Umzug in ein neues Vereinslokal und Änderung des Vereinsnamens

Im Jahre 1889 musste der aufstrebende Verein sein Probelokal in Wintershaus verlassen. Der Posthalter Streppel modernisierte sein Haus, ein anderes Domizil musste gesucht werden.

Das gesamte vereinseigene Mobiliar wurde auf Pferdefuhrwerke verladen. Unter den Klängen der FILDER MUSIKER zogen alle Mitglieder mit ihrem Anhang hin zum neuen Vereinswirt

Carl Vossebrecher, Hahnenberg.


Gleichzeitig, verbunden mit diesem Umzug, erfolgte auch eine Änderung des Vereinsnamens in

T E U T O N I A   H A H N E N B E R G.


Nach dem Ausscheiden von Präses Carl Horn hatte nun August Schlegel die Führung des Vereines übernommen.


Umbenennung des Chores in „Männer-Gesang-Verein Hahnenberg“

Am Geburtstag des Kaisers Wilhelm II, also am 27. Januar 1895, sprachen sich die Sänger dafür aus, ihren Gesangverein TEUTONIA Hahnenberg in „Männer-Gesang-Verein Hahnenberg“ umzubenennen.

Mit der Chorarbeit ging es jedenfalls gut voran, denn schon im Jahre 1899 veranstaltete der Verein in Verbindung mit der Kapelle Bornewasser sein erstes öffentliches Konzert im Saal des August Berg zu Radevormwald.

Überschwänglich wurde über den riesengroßen Erfolg berichtet, der sich auch in dem für damalige Zeiten hohen Reinerlös von 150 Mark ausdrückte. Wiederum hat der Verein von diesem Erlös 120 Mark dem Krankenhausbauverein zur Verfügung gestellt.      

Die Folgezeit berichtet von schönen und erfolgreichen Konzerten, von Besuchen und Mitwirken bei Veranstaltungen befreundeter Vereine.

An der ersten Nachkriegsversammlung am 22. September 1919 nahmen 25 Sänger teil.
Als Chorleiter wurde der Leiter der Schule Hahnenberg, Lehrer Bruno Lockemann, gewählt. Die Chorproben erfolgten in der Schule Hahnenberg. Als Vereinslokal diente die Gaststätte Schmidt in Linde.

Es würde zu weit führen, alle stolzen Erfolge unter der aufopferungsvollen Arbeit des Dirigenten Bruno Lockemann hier aufzureihen. Erwähnen möchten wir doch die Erringung des Hauptehren- und Dirigentenpreises bei den Sängerwettbewerben in Oberbrügge, Ronsdorf, Halver, Valbert und Schalksmühle in den Jahren von 1922 – 1927.

Diese Erfolge verdankt der Verein wohl dem Umstand, dass er sich mit ganzer Liebe der Pflege des Volksliedes und des volkstümlichen Liedes hingab.

Der Männerchor war nicht nur in der näheren Heimat, sondern auch dort, wo rheinische Weisen bisher noch nicht zu Gehör gekommen waren, sehr erfolgreich.

Die große Sängerfahrt nach Göttingen zählt wohl zu den unvergesslichen Höhepunkten des Vereinslebens.




Ein weiterer herausragender Tag in der Vereinsgeschichte war der Tag der Fahnenweihe am 3. Mai 1924 durch den Bürgermeister unserer Heimatstadt. Voller Stolz können wir feststellen, dass der Fahnenspruch

„ Im Liede wie im Leben, sei Eintracht unser Streben!“


bis hin zum heutigen Tage richtungsweisend und Ziel für die Vereinsarbeit gewesen ist und bleiben wird! Leider ist die wertvolle Fahne am 13. April 1945 beim Brand des Wohnhauses von Mitglied Paul Bornewasser kurz vor Kriegsende ein Raub der Flammen geworden. Anrückende amerikanische Truppen hatten u. a. dieses Anwesen beschossen, da sich in diesem Frontabschnitt vereinzelt Widerstand regte.  

Für seine Verdienste um den MGV Hahnenberg wurde Heinrich Hönecke zum Ehrenvorsitzenden ernannt.

Der Beginn des Zweiten Weltkrieges beendete auf jähe Art die so erfolgreich verlaufene Vereinsarbeit.

Wir alle wissen noch um diese schreckliche Zeit, die Zeit der Verbitterung und der Not, der Hoffnungslosigkeit, der Zeit des Leidens und der Verzweiflung.

Doch erneut versammelten sich im Januar 1949 Hahnenberger Sänger, zwanzig an der Zahl.

Nach intensiver Probearbeit zog es den MGV Hahnenberg zu neuen Taten. Ohne Übertreibung kann gesagt werden, dass der Verein ein hohes gesangliches Niveau erreichte. Von guten Leistungen zeugt so mancher, im harten Wettstreit errungene Preis.

Das Jahr 1949 war der Beginn dieser Erfolge. Karl Zickler hatte es prächtig verstanden, dem Verein als Vorsitzender immer neue Impulse zu geben, obschon er kein aktiver Sänger war. Zehn Jahre führte er das Vereinsschiff sicher durch alle Klippen. Ihm zum Dank entschloss sich der Verein, Karl Zickler zum Ehrenvorsitzenden  zu ernennen.

In der Mitgliederversammlung am 16. Juni 1957 wurde Chorleiter Bruno Lockemann, der sein Amt aus gesundheitlichen Gründen niederlegte, in Würdigung seiner großartigen Erfolge zum Ehrenchorleiter ernannt und als sein Nachfolger Lehrer Otto Blüthner gewählt. Otto Blüthner setzte die Arbeit in vorbildlicher Weise fort und wurde sogar Vereinsmitglied.

Seit 1949 hatte Karl Zickler als Vorsitzender den MGV geführt. Nun drängte jedoch die Jugend an die Vereinsspitze.

In Eberhard Nösel fand der Chor 1959 einen jungen, dynamischen Vorsitzenden, der es verstand, die Jugend anzusprechen und für den Gesang zu begeistern. 


Hardy Steinhauer wird neuer Dirigent

Aus gesundheitlichen Gründen musste Otto Blüthner seine Dirigententätigkeit leider aufgeben.

Mit Beginn des Jahres 1964 gelang es der neuen Vereinsführung, mit Hardy Steinhauer, der ein Schüler des Bundeschorleiters Professor Hermannjosef Rübben war, einen ebenfalls jungen, modern denkenden Chorleiter zu verpflichten.                         
                                                                                
Nun stand mit dem MGV Hahnenberg ein zwar an Vereinsgeschichte und Tradition alter, aber, in Bezug auf das Sängeralter, ganz junger, begeisterungsfähiger Chor in der Öffentlichkeit, um dessen Jugend der Verein nicht zu Unrecht sehr beneidet wurde.

Die sechziger Jahre standen ganz im Zeichen der Bemühungen, den MGV Hahnenberg durch Aktivitäten, wie gesellige Veranstaltungen, Karnevalsfeiern, Auftritte in der Öffentlichkeit, Konzerte, Sommerfeste, welche bis 1965 in einer Scheune mit Zeltanbau stattfanden, attraktiver zu machen. 

Nach all den neuen Erkenntnissen musste eine neue Lösung für die Durchführung von Sommerfesten gefunden werden. So beschlossen Vorstand und Sänger, das jährliche Sommerfest gemeinsam mit den Feuerwehrkameraden der Löschgruppe Hahnenberg in einem großen Festzelt an der Eich zu veranstalten. 

In dieser Zeit hat auch der Heimat- und Verkehrsverein zum jährlichen Heimatabend eingeladen, an dem sich die Hahnenberger Sänger maßgeblich beteiligten. 

Als sich der Heimat- und Verkehrsverein aus dieser Veranstaltung zurückzog, entstand aus dem Heimatabend der sogenannte „Rüötsche Owend“. Die Programmgestaltung übernahm Vizedirigent Erhard Schaumburg, der sich durch seine hervorragende Arbeit und Ideen um die Erhaltung des heimischen Brauchtums sehr verdient gemacht hat.    

Um Terminschwierigkeiten zu vermeiden, wurde vom Chor beschlossen, die „Hahnenberger Festtage“, den „Rüötschen Owend“ und die eigenen Konzerte im jährlichen Wechsel durchzuführen.

In dieser Zeit beschloss auch der Chor auf Anregung des seinerzeitigen 2. Vorsitzenden Ernst Schlegel, ein jährliches Pfingstsingen im Steinbruch des Staatsforstes der Halverschen Mark durchzuführen.

Diese Entscheidungen haben sich bis heute bewährt. Alle Veranstaltungen werden von der hiesigen Bevölkerung gerne angenommen und stellen eine Bereicherung des kulturellen und gesellschaftlichen Lebens in unserer Heimatstadt dar.

Fritz Vahlefeld wird neuer Vereinswirt

Da der Wirt der Gaststätte Linde die Gastwirtschaft aufgab, wurde 1966 als neues Vereinslokal die Gaststätte Fritz Vahlefeld in Eich gewählt. Schon im darauffolgenden Jahr stellte Gastwirt Fritz Vahlefeld nach Umbauarbeiten einen Proberaum zur Verfügung, da die zwischenzeitlich geschlossene Schule Hahnenberg für Chorproben nicht mehr benutzt werden konnte.

90 Jahre Chorgesang  auf dem Hahnenberg

Der Chor konnte nach der Wiederaufnahme des Vereinslebens im Nachkriegsjahr 1949 eine hervorragende Entwicklung verzeichnen, was die Sänger und den Vorstand veranlasste, im Jahr 1969 ein 90jähriges Vereinsjubiläum zu organisieren.

Unter dem Motto „90 Jahre Chorgesang auf dem Hahnenberg“ wurden am 27., 28. und 29. Juni die Jubiläumsveranstaltungen in einem Festzelt an der Eich durchgeführt.

Teilnahme am Leistungssingen

Die Erfolge bei Konzerten und Auftritten bei öffentlichen Veranstaltungen spornten die Sänger an, am 7. November 1971 am Kreis-Leistungssingen im Sängerbund Nordrhein-Westfalen in Meinerzhagen teilzunehmen. 

Mit den Noten „Gut“ für den Vortrag des Chorwerkes und „Sehr gut“ für das Volkslied erhielt der Verein die Zulassung zum Bezirks-Leistungssingen in Arnsberg.

Am 6. Mai 1973 war es dann soweit. Die Leistungen des Chores wurden von den Wertungsrichtern im Wahlchor mit „Gut“, im Aufgabenchor mit „Gut“ und im Volkslied mit „Sehr gut“ bewertet. Mit diesen beachtlichen Leistungen wurde die Zulassung zum Bundessingen erreicht. Der Weg zum Meisterchorsingen stand offen.

Dieser großartige Erfolg veranlasste den Chor, eine eigene Schallplatte unter dem Motto „Rhythmus, Folklore, Gesang“ auf den Markt zu bringen. Die unter der künstlerischen Leitung von Dirigent Hardy Steinhauer erstellte Langspielplatte beinhaltet 16 Werke, die teilweise von der Rhythmusgruppe Ritter begleitet wurden, und fand bei jungen und alten Freunden der Sangeskunst großen Anklang.
 



100 Jahre MGV Hahnenberg 

Mit Beginn der achtziger Jahre wurde der Chor sehr gefordert, denn das 100jährige
Jubiläum in 1981 musste organisiert werden. 

Am 29. März 1981 wurde dem MGV vom Kultusminister Jürgen Girgensohn in der Tonhalle in Düsseldorf als Auszeichnung für die im langjährigen Wirken erworbenen Verdienste um die Pflege der Chormusik und des deutschen Volksliedes die vom Bundespräsidenten Karl Carstensunterzeichnete Zelter-Plakette verliehen.

                                                                                                                             

In der Geschwister-Scholl-Schule fand dann am 21. Juni 1981 das sorgfältig vorbereitete Matinee-Singen statt. Chorleiter Hardy Steinhauer war für die Gestaltung des musikalischen Programms verantwortlich, welches er in hervorragender Weise bewerkstelligte.  

Die alte wertvolle Fahne aus dem Jahr 1924 wurde bekanntlich leider 1945 durch Beschuss des Wohnhauses des Vorstandsmitgliedes Paul Bornewasser ein Raub der Flammen.    

Feierlich überreichte Oberbrandmeister Wilhelm Kämper dem MGV-Vorsitzenden Eberhard Nösel die frisch geweihte Fahne.

Zum Abschluss dieser gelungenen Matinee trug der MGV Hahnenberg unter großem Beifall das Heimatlied vor:

„M i n  R u a - mein Radevormwald“ 
      
Text:  Heimatdichter Karl Höltken 
Ton:   Erhard Schaumburg 
Satz:  Hardy Steinhauer   


18.12.2018  19:30 Uhr

 

Letzte Chorstunde 2018

 

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